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Nach der Winterruhe, wenn die Paarungszeit näher rückt, wurden bisher die Weibchen zu einem Bock ins Terrarium gesetzt. Zeigte es keinerlei Abwehrreaktionen und keine Stressfärbung,wurd es vorerst darin belassen.

Ist das Weibchen nicht paarungsbereit, droht es dem Männchen, sobald sie sich durch ihn belästigt fühlt. Dabei wechselt sie ihre Grundfarbe nach gelb mit grünen Punkten. Je nachdem wird zusätzlich mit weit aufgerissenem Maul Richtung Männchen gefaucht. Diese Färbung zeigen die Weibchen auch, wenn sie gestresst werden.

Ist das Männchen geschlechtlich aktiv, kann man eine Verdickung der Schwanzbasis unmittelbar hinter der Kloake erkennen. Dies ist ausserhalb der Fortpflanzungszeit nur mäßig bis gar nicht zu erkennen.

Ein kurzes Video eines balzenden Männchens findet man hier

Den Paarungsversuch eines findet man hier. Das Weibchen ist jedoch nicht paarungsbereit

Ist das Weibchen paarungsbereit, bleibt es ruhig sitzen, während das Männchen langsam auf ihren Rücken klettert. Im linken Bild lief es im letzten Moment jedoch noch davon.

Wie erkennt man, ob eine Paarung stattgefunden hat?

Krallenabdrücke auf dem Körper, Kopf und Schwanz des Weibchens (hier Leone ) sprechen für eine stattgefunden Verpaarung, ist aber kein 100% sicheres Indiz. Während bei Makimba die ersten Anzeichen einer Trächtigkeit bereits Ende April-Anfang Mai auftraten, war dies bei Leone erst Anfang Juli der Fall.

Vertrocknete Spermareste, die aus der Kloake des Männchens hängen sind ebenfalls ein Indiz für eine vorrangegangene Verpaarung, was man auch desöfteren bei Männchen anderer Reptilien sieht. Man darf sie jedoch nicht mit Häutungsresten verwechseln, die ähnlich aussehen können. Dieses Indiz spricht sehr sicher für die Geschlechtsreife sowie für die geschlechtliche Aktivität des Männchens, belegt aber eine stattgefundene Verpaarung nicht 100%ig.

Ist ein Weibchen trächtig, nimmt der Appetit und die Körpermasse der deutlich zu. Im Bild rechts ist Makimba während ihrer Trächtigkeit zu sehen. Bei der Färbung, die sie erstmals in diesem Zeitraum zeigte, könnte es sich um eine Trächtigkeitsfärbung handeln. Sie unterscheidet sich von der Stressfärbung, bei der die Weibchen dunkelgrüne bis grauschwarze kleine

Punkte auf einem gelben Hintergrund zeigen( siehe Bild oben). Bei dieser Färbung sieht man eher grössere und kleinere Bereiche auf einem schwachgelben Bauch.

Trächtigkeitskontrolle

Auf den unteren Bildern sieht man ein Weibchen etwa in der Mitte ihrer Trächtigkeit. Die Eier befinden sich in der Bildung. Eine Schale mit eingelagertem Kalk ist in diesem Stadium noch nicht zu erkennen.

Hier sieht man Röntgenbilder von Makimba. Sie sind im selben Zeitraum gemacht worden wie das Bild oben. Rechts sind die vorderen Ränder der angebildeten Eier farblich markiert. Unten eine seitliche Aufnahme.

Diese Ultraschallaufnahmen entstanden am selben Tag wie die Röntgenbilder. Die sich bildenden Eier zeigen sich in Form von dunklen rundlichen Bereichen (siehe gelbe Pfeile rechts). Der rote Pfeil zeigt die Aussenhaut, die sich als breiter weisser Streifen darstellt. Hier liegt der Schallkopf auf und man sieht in Richtung Körpermitte.

Leider haben wir keine Verpaarung sehen können, sodass gehofft werden muss, dass die Weibchen befruchtete Gelege absetzen werden. Die verschiedenen Anzeichen einer Kopulation lassen dies jedoch vermuten.

Inkubationsmethoden:

Uns wurde eine Inkubationsstrategie mitgeteilt, bei der die Temperaturen in den ersten drei Monaten bei 23°C tagsüber und ca. 18°C nachts lag. Dann folgt eine etwa dreimonatige Kaltphase mit Temperaturen zwischen 14-17 °C, danach wieder eine erneute Warmphase. Nun folgt wieder eine zweite Kalt-, dann eine dritte Warmphase. Die zweite und dritte Warmphase dauert etwa 7 Monate, die Kaltphasen jeweils etwa 3.

Eine andere Strategie ist sehr ähnlich, fängt aber direkt mit der kalten Phase an. Bei beiden Strategien sollte darauf geachtet werden, dass das Vermiculite nicht zu feucht gehalten wird.

Ein Bekannter in den USA erhielt einige Schlüpflinge, indem er die Eier in einem mit Vermiculite befüllten, geschlossenen Behälter über gut anderthalb Jahre in der Küche stehen hatte. Dort unterlagen sie einer geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankung mit leichtem Tag/Nacht-Gefälle.

Leider gibt es bisher keine veröffentlichte Inkubationsmethode, bei der mit reproduzierbar hohen Schlupfquoten zu rechnen ist.