www.chamaeleon-terraristik.de

Vitamine/Mineralstoffe

Es werden immer alle Futtertiere mit einem Vitamin-/Mineralstoffpräparat eingestäubt. Zusätzlich steht den Tieren ständig Kalzium in Form von Muschelgrit und Würfelchen aus Sepiaschale zur Verfügung, wovon die Tiere auch oftmals Gebrauch machen (s.Bild).

Für sehr wichtig halten wir auch die Ernährung der Futtertiere mit Obst/ Gemüse und einem trockenen Grundfutter, da auf diesem Wege die in den Futtertieren enthaltenen Vitamine oder andere wertvolle Nahrungsbestandteile an die Chamäleons weitergegeben werden. In den unteren Bildern ist beispielsweise die Unterbringung von Heuschrecken bis zur Verfütterung dargestellt. Als “Feuchtfutter” erhalten sie Brombeerblätter, Löwenzahn, Gras oder Weizenkeime. Als “Trockenfutter” erhalten sie einfaches Heu.

Heimchen und Grillen bekommen eine kleine Karottenscheibe oder ein Stück Apfel in ihren Behälter ,um ihren Wasserbedarf zu decken. Dabei sollte man nur so viel und so oft geben, wie die Tiere fressen, da durch die erhöhte Feuchtigkeit sonst das Trockenfutter (bestehend aus Kleie, Haferplocken oder Futterpellets) schimmeln kann.

                             Futtertiere

Das Grundfutter besteht aus der argentinischen Waldschabe (Blaptica dubia, Bild rechts). Sie machen ungefähr 2/3 der Nahrung aus. Gerade über sie kann man den Chamäleons bestimmte Futterkomponenten reichen, da sie das ihnen angebotene Futter in recht großen Mengen aufnehmen. So haben Subadulte manchmal einen bis fast zur Erbsengröße gefüllten

Magen. Reicht man ihnen Beispielsweise viel Karotte, so erhöht sich auch der Vitamin-A-Gehalt des Futterinsektes. Verfüttert man Kiwis, nehmen die Futtertiere sehr viel Vitamin-C auf.Das geschieht ebenso bei den anderen Futtertieren, doch hier macht`s die Masse und die leichte Züchtbarkeit.

Die Schaben sind in einer Faunabox untergebracht, die der Größe des Zuchtansatzes angepasst ist. Darunter befindet sich eine 14 Watt-Heizmatte, da die Zucht unter Zufuhr von Wärme am optimalsten funktioniert. Als Bodengrund und Trockenfutter werden Haferflocken, Futterpellets, Hundeflockenfutter oder eine Mischung daraus verwendet. Als Feuchtfutter finden hauptsächlich Karotten- oder Apelstücke Verwendung. Der Deckel wurde mit Alugaze versehen, damit das Ausbrechen der Schaben ausgeschlossen wird. Dazu wird der Hauptteil des Deckels bis auf einen schmalen Rahmen entfernt, in den anschließend die Gaze mit Hilfe eines heißen Lötkolbens gedrückt wird.

Das restliche Drittel besteht aus Heimchen (Acheta domesticus; Bild links), Steppengrillen (Gryllus assimilis), Zweifleckgrillen, Heuschrecken, Zophobas, Rosenkäferlarven und Fliegen. Selten werden auch mal kleine Mäuse an trächtige Tiere oder die Parsoniis gereicht.

Ägyptische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)

subadult

Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria)

subadult

Subadulte Heuschrecken werden ab und zu auch an die adulten Tiere verfüttert. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Färbung im Vergleich zu adulten Heuschrecken sind sie zumindest optisch für die Chamäleons eine weitere Abwechslung in der möglichst breiten Futterpalette.

Zweifleckgrillen (Gryllus bimaculatus) werden von uns nur aus dem Grund der abwechslungsreichen Fütterung angeboten. Wenn die Weibchen viele Eier anbilden (nach guter Fütterung), sind sie recht voluminöse Futtertiere.

Rosenkäferlarven (Bild links oben) sollten ebenso wie die Zophobas (Zophobas morio; Bild links unten) aufgrund ihres hohen Energiegehaltes nur selten verfüttert werden, da die Chamäleons sonst schnell verfetten. Damit sie mit ihren starken Kiefern den Darm nicht verletzen, werden diese vor dem Verfüttern sicherheitshalber “unschädlich” gemacht.

Die Raupen der Wachsmotte (Galleria mellonella) haben ebenso einen sehr hohen Energiegehalt, daher gilt für sie das Gleiche. Sie sind bei den meisten Chamäleons sehr begehrt und lösen oft bei sonst Futter verweigernden Tieren den Fressreiz aus.

Als Leckerbissen werden ab und zu an die Parsoniis auch mal große Stabheuschrecken oder adulte grüne Gottesanbeterinnen (z.B. Hierondula grandis,Bild links) verfüttert.

Auch wandelnde Blätter sind als Futtertiere sehr beliebt, werden aber nur sehr selten verfüttert.

Tränken

Den größeren Chamäleons wird mehrmals pro Woche manuell die Möglichkeit zur Wasseraufnahme angeboten. Dazu haben sich Kunststoffflaschen (Bild links) bestens bewährt. Ebenso können sie mehrmals täglich die “Regentropfen” der Sprühanlage von den Bälttern lecken.

Tropft man etwas Wasser vor das Tier auf den Ast, wird es anfangen zu trinken, sofern es  Durst hat. Haben sie genug getrunken, wird der Kopf angehoben und noch im Maul befindliches Wasser abgeschluckt. Dann sollte auch nicht mehr weitergetränkt werden. Wiederholt man diesen Vorgang wenig später, kann es sein, dass das Chamäleon erneut anfängt zu trinken. Dies wiederholt sich manchmal bis zu dreimal, eher es keinen Durst mehr hat.

Einzelne Tiere können lernen, aus Wasserschalen zu trinken. Meist wird dies schneller angenommen, wenn sich die Wasseroberfläche bewegt (z.B. durch herabfallende Wassertropfen oder wenn man mit einem Ästchen auf die Oberfläche tippt). So können die Chamäleons das stehende Wasser besser erkennen.

Fütterung der Jungtiere

In den ersten Lebenstagen reichen wir Mikroheimchen und die große Obstfliege. Nach etwa zwei bis drei Wochen bekommen die Jungtiere dann auch Terflies und mittlere Heimchen. Die Futtertiere werden alle stets gut eingepudert. Eine zusätzliche Vitamingabe über das Trinkwasser ist nach meinen Erfahrungen nicht unbedingt notwendig. Mit zunehmender Körperlänge bekommen die Kleinen dann auch entsprechend größere Futtertiere.

Die Obstfliegen (Drosophila hydei; flugunfähige Form) werden, ebenso wie die Schaben, selbst gezüchtet. Als Zuchtsubstrat nehmen wir mit Vitaminen und Mineralien angereichertes Apfelmus. Es werden solange Haferflocken beigemischt, bis es die richtige Konsistenz bekommt. Das ist sehr produktiv und einfach durchzuführen.

Terfly ist die Bezeichnung einer flugunfähigen Mutation der Stubenfliege(Musca domestica). Die Flügel sind im hinteren Bereich mehr oder weniger stark nach vorne gewölbt. Sie werden nicht nur von den Jungtieren gerne gefressen.