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Bei Calumma parsonii parsonii handelt es sich um eine der beeindruckendsten Chamäleonarten, die einen Halter durch ihre Grösse und ihr Wesen immer wieder aufs Neue faszinieren. Gibt man ihnen viel Platz und beachtet ihre speziellen klimatischen Bedürfnisse ist ihre Haltung nicht sehr kompliziert. Als wir mit der Haltung dieser Art begonnen haben, fand man nur sehr spärliche Informationen über die Unterbringung, Haltungsweise, Verpaarung etc. und diese meist in englischer Literatur. Daher haben wir uns entschlossen, hier unsere Art und Weise der Parsonii-Haltung darzustellen. Sie gelten aufgrund ihrer komplizierten Inkubationsstrategie als sehr schwer zu züchten. Da auch hierüber nur sehr wenige Berichte veröffentlicht wurden, werden wir an dieser Stelle ebenfalls über positive wie negative Erfahrungen zu diesem Thema berichten.

Es werden die Temperaturen, Luftfeuchte, Regenzeiten etc., sowie sie in ihrem natürlichen Habitat im Laufe des Jahres vorherrschen, nachgeahmt. Dazu gehört auch die kühle Ruhephase, welche aus praktischen Gründen in den Wintermonaten simuliert wird. Sie ist auch sehr wichtig, um die Paarungsbereitschaft der Tiere zu synchronisieren. Die Parsoniis fressen in dieser Zeit nur noch sehr wenig bis gar nicht mehr. Trinkwasser wird noch des öfteren angenommen, jedoch nicht mehr in der hohen Frequenz wie in der “Warmphase”. Die Tiere ziehen sich bei den kälteren Temperaturen merklich zurück und zeigen kaum Aktivität. Diese Phase halten wir bei unseren Tieren bei insgesamt ca. 2 Monaten.

Nach Erhöhung der Temperaturen und der Beleuchtungsdauer steigert sich die Futteraufnahme und Aktivität wieder allmählich .

Das untere Bild entstand während der Ruhephase. Die Tiere halten sich fast ausschließlich auf einem ausgesuchten Platz auf und kommen nur selten zum Trinken hervor oder recken ihren Kopf in Richtung tropfenden Sprüher, wenn man diesen neben das Tier hält.

Im natürlichen Habitat von Calumma parsonii findet man eine sehr hohe Luftfeuchte vor.Dies sollte man in der Terrarienhaltung berücksichtigen. Über eine Beregnungsanlage kann man die Luftfeuchte je nach Sprühfrequenz im optimalen Bereich halten und im Laufe des Jahres auch die Regenzeiten recht einfach simulieren.

Das Klima im jahreszeitlichen Verlauf wird bei uns wie folgt simuliert:

Frühjahr: Ab Ende Januar wird die Beleuchtungsdauer langsam auf 12 Stunden erhöht (pro Woche 15 Minuten). Es werden zur Beleuchtung , die bis jetzt nur aus einer Leuchtstoffröhre pro Becken bestand, zusätzlich 70 Watt HQL-Strahler stundenweise zugeschschaltet. Ebenso wird eine zweite Leuchtstoffröhre je Becken den ganzen Tag über zugeschaltet. Die Beregnung erfolgt nun zeitschaltuhrgesteuert 3 mal täglich eine Minute lang über 2 Düsen pro Becken. Im Herbst einzeln gesetzte trächtige Weibchen werden nun wieder in den Freilauf integriert.

Sommer: Ab Mitte/Ende April wird die Beleuchtung auf 14 Stunden erhöht. Die HQL-Strahler werden jetzt dauerhaft zugeschaltet. Die Terrarien werden nun 4 mal täglich beregnet. Die Temperaturen im Parsonii-Freilauf liegen nun bei tagsüber ca. 25-26°C, nachts bei ca. 23-25°C. Lokale wärmere “Sonnenplätze” finden die Tiere unter den Strahlern mit bis zu 28-29°C vor.

Herbst: Ab Ende September /Anfang Oktober wird die Beleuchtungsdauer wieder allmählich auf 12 Stunden reduziert, wobei die HQL-Strahler auf eine stundenweise Beleuchtungsdauer runtergefahren werden. Die Beregnung erfolgt nun 3 mal täglich. Im Prinzip sind es die gleichen Parameter, wie im Frühjahr.

Winter: Ende November werden die HQL-Strahler sowie eine der beiden Leuchtstoffröhren komplett ausgeschaltet. Die Beleuchtungsdauer beträgt nun nur noch 10 Stunden. Beregnet wird 2 mal täglich. Die Tempertaruren fallen nun auf ca. 20-22°C tagsüber und nachts bis auf ca. 17-19°C (selten 16°C).

Als Futtertiere werden hauptsächlich Schaben, Heuschrecken und große Grillen angeboten. Ab und zu werden zur Abwechslung aber auch Zophobas, Pinkys, adulte Stabheuschrecken und Hierondulas, selten auch mal Rosenkäferlarven und wandelnde Blätter verfüttert.

Dabei hat jedes Tier seine speziellen Vorlieben für die ein oder andere Futtertierart. Das eine frisst am liebsten Schaben, während ein anderes Tier wiederum Heuschrecken bevorzugt.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Parsoniis bevorzugt auf weitgehend horizontalen oder nur leicht schrägen Ästen aufhalten. Hingegen werden vertikale Äste fast nur beim Ortwechsel auf andere Äste genutzt, kaum aber zum Verweilen.  Dies wird auch bei der Einrichtung der Terrarien berücksichtigt.

Manche Parsonii-Halter setzen ihre Tiere in den warmen Sommermonaten in ein Freigehege im Garten. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Tiere nicht in einer zu warmen Ecke stehen. Sonnen- sowie Schattenplätze sollten vorhanden sein. Im Optimalfall sind in das Gehege ein oder mehrere natürliche Büsche oder ähnliches integriert, in die sich das Tier zurückziehen kann.

Farbliche Entwicklung

Männchen

Weibchen

10.12.2006 (Tier ist 7 Monate alt)

16.12.2006 (Tier ist 7 Monate alt)

13.01.2007

Ab einem gewissen Alter erscheint die Körperfärbung der Männchen gräulich, die der Weibchen bräunlich. Die typische Streifenzeichnung ist bei dem jungen Weibchen im Bild oben grünlich, beim Männchen dunkelbraun bis grau ausgebildet. Sehr junge Tiere hingegen lassen sich optisch noch nicht unterscheiden.

13.02.2007

15.03.2007

14.02.2007

20.03.2007

11.04.2007

Mit zunehmender Grösse nehmen auch die Farben der Tiere deutlich zu. Bei den Männchen beginnen sich langsam die beiden Leisten auf der Schnauzenspitze zu bilden.

22.07.2007

02.09.2007