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Die obere Abbildung zeigt die Lage der inneren Organe am Beispiel eines weiblichen Chamaeleo calyptratus. Da durch den Fixiervorgang die natürliche Farbe der Organe verblasst, sind sie zur besseren Erkennung farblich hervorgehoben. Ausnahme ist die schwarze Pigmentierung im mittleren Bereich des Magen-Darm-Traktes. Hier bleibt die Färbung erhalten.

Augen

Chamäleons können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen.  Dabei können sie aber nicht gleichzeitig in zwei Richtungen sehen, sondern müssen in ihrer Wahrnehmung vom Einen auf das andere Auge umschalten. Wird ein Objekt genauer beobachtet oder ein Beutetier fixiert, werden jedoch beide Augen darauf ausgerichtet und es entsteht ein räumliches Sehfeld.

Das obere und untere Augenlid sind so miteinander verwachsen, das sie über der Pupille und der Iris eine runde Öffnung bilden.

Die Pupille hat ebenso eine runde Form.

Zunge

Die Zunge ermöglicht den Chamäleons den Beutefang auf eine gewisse Distanz. Sie liegt im Ruhezustand um das Zungenbein. Wird ein Beutetier erblickt, wird es mit beiden Augen fixiert, anvisiert und die Zunge wird herausgeschleudert (Bilder unten).

Dabei wird möglichst immer auf den Kopf des Beutetieres gezielt, wie im unteren Bild im Falle einer Stabheuschrecke zu sehen ist.

Auf den folgenden Bildern ist die Lage des Zungenbeins während des “Schusses” markiert. Auf dem unteren Bild schimmert der vordere Teil durch die komplett ausgefahrene Zunge.

Auf dem unteren Bild ist die Lage des Zungenbeines innerhalb der Zunge dargestellt. Hier erkennt man, wie der mittlere Bereich der Zunge im Ruhezustand “strumpfartig” über den Knochen gestülpt ist.

Die Lage des Zungenapparates im Körperquerschnitt ist auf dem ersten Bild ganz oben zu sehen. Im folgenden Bild sieht man die Lage des knöchernen Zungenbeines im Skelett.

Dies ist die seitliche Nahaufnahme vom vorderen Bereich einer Chamäleonzunge.

Hier von oben...

...hier von unten...

...und hier von vorne betrachtet.

Im folgenden Bild sieht man die keulenartige Struktur des vorderen Zungenbereiches im ausgefahrenen Zustand (hier von Bradypodion xenorhinum ). Der Zophoba wurde nachträglich zum Größenvergleich eingefügt.

Die Zungenspitze erinnert an den Greifmechanismus eines Elefantenrüssels.

Beim Schuss bleibt das Beutetier nicht etwa an der Zungenspitze kleben, sondern wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von “Greifen” und Unterdruck erfasst. Der Unterdruck wird dadurch erzeugt, dass der mittlere Bereich der Zungenspitze mehr angezogen wird, als der Äussere. Im rechten Bild ist dies so stark ausgeprägt, dass man das Gefühl haben könnte, das Heimchen würde in der Zungenspitze verschwinden.

Beim Einziehen der Zunge werden die Augen stets geschlossen, um einer eventuellen Verletzung durch die Futtertiere aus dem Wege zu gehen.

Füße

Die Chamäleonfüße sind hervorragend an ein Klettern im Geäst angepasst. Hierzu sind die Zehen folgendermaßen miteinander verwachsen:

An den Hinterfüßen sind zwei Zehen nach innen und drei nach aussen gerichtet.

Die Zehenknochen sind nicht miteinander verwachsen. Dies ist auch auf den unteren Bildern erkennbar.

An den Vorderfüßen ist es genau umgekehrt, hier sind drei Zehen nach innen, zwei nach aussen gerichtet.

Schwanz

Der Schwanz dient den Chamäleons als zusätzliche Kletterhilfe. Mit seiner Hilfe können sie sich durch seine Greiffunktion sicherer im Geäst bewegen. Im Schlaf wird er komplett eingerollt (Bild rechts unten).

Auch bei Drohgebärden wird der Schwanz eingerollt, um den Körper größer und massiger erscheinen zu lassen. Dabei blähen sich die Tiere durch tiefes Einatmen auf, heben einen Arm und drücken das im Maul liegende Zungenbein weit nach unten, um nochmals grösser zu erscheinen. Zusätzlich wird oft mit weit aufgerissenem Maul (unteres Bild) gefaucht und der Körper hin und her geschaukelt.

Geschlechtsunterschiede

Bei vielen Chamäleonarten lassen sich die Geschlechter nicht nur an der Färbung, sondern auch anhand ihrer Anatomie unterscheiden. Je älter die Tiere sind, desto deutlicher sind diese äusserlichen Geschlechtsmerkmale ausgeprägt:

Die adulten männlichen Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) haben einem stark ausgeprägten Helm, während er bei den weiblichen Tieren deutlich kleiner bleibt.

Ein anderes Geschlechtsmerkmal bei dieser Art ist der Fersensporn an den Hinterbeinen der Männchen (roter Kreis). Er ist schon von Beginn an sichtbar, sodass hier eine Geschlechterbestimmung bereits unmittelbar nach dem Schlupf möglich ist.

Bei den Männchen der meisten Chamäleonarten erscheint die Schwanzwurzel wesentlich dicker ausgeprägt, als bei den Weibchen. Das liegt daran, dass sich dort die beiden Hemipenes in Taschen unter der Haut befinden.

Bei männlichen Pantherchamäleons (linkes Bild) sind die beiden auf dem Rücken der Schnauze verlaufenden Leisten (Canthi rostrales) wesentlich stärker ausgeprägt, als bei den Weibchen. Das Gleiche gilt auch für Calumma parsonii (vgl. Bilder unten).

Dieses weibliche Jemenchamäleon starb infolge einer Infektion des linken Legedarms, hier im Bild nicht zu sehen.

Hier eine Detailansicht eines Schädels von Furcifer pardalis.