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Untersuchungen zum Temperaturspektrum im Terrarium bei Furcifer pardalis mit Hilfe einer Wärmebildkamera

Ziel der Untersuchungen war eine Erfassung des Temperaturgradienten im Terrarium sowie die Körperoberflächentemperatur bei Furcifer pardalis. Dabei erfasst die Wärmebildkamera die Strahlungswärme der jeweiligen Oberflächen. Die umliegende Lufttemperatur kann dabei wesentlich niedriger sein, als der von der Wärmequelle bestrahlte Gegenstand. Die Farbe der Gegenstände spielt dabei eine wichtige Rolle. Es ist allgemein bekannt, dass dunkle Flächen besser die Wärme aufnehmen, als Helle. Dies machen sich die Chamäleons manchmal zunutze, indem sie beim Sonnenbad oder bei zu kühler Umgebung eine dunklere Färbung zeigen, als nach Erreichen der Vorzugstemperatur (Abgesehen von der dunklen Streßfärbung vieler Arten).

In der folgenden Bilderserie sieht man die Zunahme der Oberflächentemperatur während des Sonnenbades.

In den unteren Bildern sieht man links das Wärmebild ohne, rechts mit Temperaturpunkten. In der Mitte das jeweils zugehörige Foto bei Terrarienbeleuchtung.

Dabei fällt auf, dass die Pantherchamäleons ihr Sonnenbad meist bei Körperoberflächentemperaturen von ca. 38-40°C oder knapp darüber beendeten und sich anderweitig im Terrarium aufhielten. Da nach verlassen des Sonnenplatzes eine relativ gleichmäßige Wärmeverteilung gemessen werden konnte, wird davon ausgegangen, dass in diesem Moment die Oberflächentemperatur auch der Körperkerntemperatur entspricht. Diese lag dann meistens im Bereich von 36-38°C. Das könnte bedeuten, dass dort die VorzugsKÖRPERtemperatur von Furcifer pardalis liegt. Dies ist ein unerwartet hoher Wert, liegt er doch im Bereich kleinerer Säugetiere. Kann man nun über viele weitere Messungen diesen Wert statistisch festigen, hat man einen aussagekräftigen Parameter über die Wärmebedürfnisse dieser Art. Kann ein Pantherchamäleon diese Vorzugskörpertempera-tur unter einer Wärmequelle erreichen, könnte man diese als ausreichend bezeichnen. Wie lange diese Temperaturen ausserhalb des Sonnenplatzes gehalten werden können, hängt von der Umgebungstemperatur im Terrarium ab. Diese wird von verschiedenen Faktoren wie Lüftung , Wasserverdunstung, Schatten durch Pflanzen etc. beeinflußt. Leider befinden sich zu diesem Zeitpunkt keine Calumma parsonii mehr in unserem Bestand, sodaß wir hierzu keine Werte liefern können.

Sehr interessant war auch die Feststellung, dass einmonatige Jungtiere unter einer Energiesparlampe in etwa die gleiche Körpertemperatur hatten, wie die Alttiere in ihren großen Becken.

Pulsmessung von Chamäleonembryonen im Laufe der Inkubation

Zur Zeit sammeln wir Daten über die Entwicklung der Pulsfrequenz von Chamäleons im Laufe der Inkubation. Hierzu arbeiten wir mit dem digitalen Eimonitor “Buddy MK 2”. Dabei geht es primär um erste Datengewinnung über die Pulsfrequenz in den verschiedenen Entwicklungsstadien sowie in der Diapause und ab wann der Puls überhaupt messbar ist. Da der Puls ein sicheres Lebenszeichen ist, kann man sehr schnell und einfach eine Aussage über das Leben oder ein Absterben des Embryos im Ei treffen.

 Ziel der Untersuchung soll es letzendlich sein, die “tödlichen” Faktoren bei sehr schwer zu inkubierenden Arten abzustellen. Das heißt die Gelege werden aufgeteilt und es werden unterschiedliche Inkubationsstrategien gefahren. Die Eier werden dabei regelmässig auf ein Leben des Embryos hin überprüft. Sind die Embryonen nach einer vorangegangenen Veränderung abgestorben (Temperaturen/Feuchtigkeit), kann man dies sofort sehen. Nun kann man diese Veränderung bei den nächsten Inkubationen weglassen und sich damit nach und nach an ein möglichst langes Überleben der Embryonen und schliesslich zu einer möglichst hohen Schlupfquote ranarbeiten. Dies ist besonders bei den Arten interessant , bei denen man einen jahreszeitlichen Wechsel der Inkubationsbedingungen simulieren muss und die deshalb bisher nur sehr selten erfolgreich inkubiert wurden (z.B. Calumma parsonii, Calumma globifer etc.). Bisher konnte man oft erst Wochen oder Monate später feststellen, dass die Eier abgestorben sind und damit keine genaue Aussage über den Todeszeitpunkt treffen. Mit dieser Methode sieht man es sofort. Zusätzlich bekommt man Daten über die Bewegung des Embryos im Ei geliefert, was eventuell um den Schlupfzeitpunkt hin interessant wäre. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden nach und nach an dieser Stelle publiziert.

Hier die Darstellung des Pulses auf dem Display. Es handelt sich um Eier von Furcifer pardalis, die schon etwa 3 Monate inkubiert wurden.

Hier ein Ei von Furcifer pardalis auf dem Sensor, der die Pulsfrequenz erfasst.

Erste Messungen haben gezeigt, dass die Pulsfrequenz bei Eiern , die bei 28°C inkubiert werden nicht höher liegt als bei solchen, die bei 25°C inkubiert werden (grob zwischen 60 und 75 Schlägen/Minute). Das würde man so nicht erwarten, doch müssen erst mehrere und umfangreichere Messungen gemacht werden, um zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu gelangen.